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Rücken & Gelenke

Frozen Shoulder: wenn die Schulter einfriert

Erst zieht es beim Griff in die hintere Hosentasche, ein paar Wochen später kommt man kaum noch an den BH-Verschluss oder die Handbremse. Die adhäsive Kapsulitis, im Volksmund Frozen Shoulder, trifft besonders Frauen um die 50. Und sie kann sich mit der Zeit oft wieder deutlich lösen, wenn man weiß, was zu tun ist.

Navoria Redaktion|Veröffentlicht 8. Juni 2026|Zuletzt redaktionell aktualisiert 5. Februar 2026| 5 Min. Lesezeit
Person greift sich an die Schulter, Motiv für Schulterschmerzen

Die adhäsive Kapsulitis ist eine Entzündung der Gelenkkapsel des Schultergelenks. Die Kapsel zieht sich zusammen und verklebt, das Gelenk verliert Beweglichkeit. Betroffen sind meist Menschen zwischen 40 und 65 Jahren, Frauen häufiger als Männer. Ein erhöhtes Risiko haben Menschen mit Diabetes sowie bestimmte Schilddrüsenerkrankungen.

Die drei Phasen

  • Freezing (Einfrierphase): starke Schmerzen, zunehmender Bewegungsverlust, nachts besonders stark
  • Frozen (Steifheitsphase): weniger Schmerzen, aber deutliche Bewegungseinschränkung
  • Thawing (Auftauphase): Beweglichkeit kehrt langsam zurück, häufig nicht ganz zum Ausgangsniveau

Insgesamt kann eine Frozen Shoulder viele Monate bis mehrere Jahre dauern. Bei einem großen Teil der Betroffenen bessert sich die Beweglichkeit im weiteren Verlauf deutlich, teils auch ohne aufwändige Intervention. Konkrete Prognosen sind aber immer individuell und sollten mit der orthopädischen Praxis besprochen werden. Wichtig ist, in jeder Phase die passende Strategie zu wählen.

Was in welcher Phase hilft

Freezing-Phase: Schmerzkontrolle steht im Vordergrund. Rezeptfreie Schmerzmittel können bei Bedarf und nach Rücksprache eingesetzt werden – Auswahl und Dauer nach Packungsbeilage und ärztlicher/pharmazeutischer Beratung. In manchen Fällen erwägen Ärztinnen und Ärzte Kortikoid-Injektionen in das Schultergelenk und begleitende, schmerzarme Physiotherapie. Frozen-Phase: konsequente Physiotherapie mit Dehnung; in schweren Fällen kommen Verfahren wie Narkosemobilisation oder eine arthroskopische Kapseleröffnung in Frage. Thawing-Phase: aktives Beweglichkeits-Training weiterführen.

Manipulation unter Narkose und Operation

Sowohl die Narkosemobilisation als auch operative Eingriffe an der Schulter haben Chancen und Risiken (unter anderem seltene, aber schwere Komplikationen wie Frakturen oder Nervenverletzungen). Ob solche Verfahren in Frage kommen, wird fachärztlich individuell entschieden – nach ausreichender konservativer Behandlung.

Wann Bildgebung sinnvoll ist

Bei typischem klinischem Bild reicht die körperliche Untersuchung. Wenn andere Ursachen ausgeschlossen werden müssen (zum Beispiel Sehnenriss der Rotatorenmanschette, Arthrose, in seltenen Fällen Tumor), kann ein Röntgenbild oder MRT sinnvoll sein. Beim reinen Frozen-Shoulder-Bild sind die Befunde in der Bildgebung oft unspezifisch; es ist eher eine klinische Diagnose.

Frozen Shoulder und Diabetes

Der Zusammenhang mit Diabetes ist beachtlich. Wer eine Frozen Shoulder entwickelt und noch keinen bekannten Diabetes hat, sollte einmal Nüchtern-Blutzucker und HbA1c ärztlich bestimmen lassen. Bei bekanntem Diabetes kann die Schulter zusätzlich schwieriger zu behandeln sein und braucht mehr Geduld.

Häufige Fragen

Kann man eine Frozen Shoulder vorbeugen?

Nur begrenzt. Nach Schulteroperationen oder Verletzungen ist frühe, angeleitete Mobilisierung wichtig. Diabetes gut einstellen und Schilddrüsenwerte im Blick behalten. Länger anhaltende Schonhaltung sollte vermieden werden.

Was ist der Unterschied zu Impingement oder Rotatorenmanschetten-Riss?

Beim Impingement schmerzt eine bestimmte Bewegung, die Beweglichkeit selbst ist meist erhalten. Bei der Frozen Shoulder ist die Beweglichkeit deutlich eingeschränkt, auch bei passiver Bewegung durch die untersuchende Person. Bei einem Sehnenriss stehen häufig Kraftverlust und schmerzhafte Bewegung nach oben im Vordergrund.

Muss man operieren lassen?

In den meisten Fällen nein. Erst nach ausreichender konservativer Therapie – und bei anhaltender ausgeprägter Bewegungseinschränkung – werden operative Verfahren erwogen. Nutzen und Risiken werden fachärztlich abgewogen.

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Quellen und Leitlinien

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel ist eine informierende Aufbereitung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei konkreten Beschwerden fragen Sie Ihren Haus- oder Facharzt.

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