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HNO & Atemwege

Heuschnupfen: was gegen Pollen wirklich hilft

Sobald die Birken blühen, geht bei vielen die Show los: tränende Augen, laufende Nase, kratzender Hals. Rund 15 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben eine allergische Rhinitis. Was in der Apotheke, was in der ärztlichen Praxis und was auf lange Sicht tatsächlich etwas bringt.

Navoria Redaktion|Veröffentlicht 5. März 2026|Zuletzt redaktionell aktualisiert 5. Februar 2026| 6 Min. Lesezeit
Frühlingsblüten mit Pollen, Motiv für Heuschnupfen

Die Pollensaison in Deutschland zieht sich mittlerweile von Februar bis in den Herbst. Klimawandel und wärmere Winter haben die Blühzeiten verlängert. Wer allergisch auf Birke, Gräser oder Beifuß reagiert, spürt das früher und länger als noch vor 20 Jahren.

Symptome, die man nicht ignorieren sollte

Klassisch sind Niesattacken, wässriger Schnupfen, juckende und tränende Augen, Kratzen im Rachen. Bei einem Teil der Betroffenen entwickelt sich mit den Jahren aus dem Heuschnupfen ein allergisches Asthma (sogenannter Etagenwechsel). Wer seit Jahren Heuschnupfen hat und neu Atemnot, Husten oder pfeifende Atmung bemerkt, sollte das ärztlich abklären lassen.

Was in der Akutphase hilft

  • Antihistaminika (zum Beispiel Cetirizin, Loratadin, Desloratadin): einzelne Präparate sind in bestimmten Packungsgrößen rezeptfrei; genauer Status je Produkt bitte in der Apotheke prüfen
  • Nasensprays mit Kortikoiden (zum Beispiel Mometason, Fluticason): wirken erst nach einigen Tagen und brauchen konsequente Anwendung
  • Augentropfen mit Antihistaminikum
  • Pollenfilter im Auto und für die Wohnung, Wäsche nicht draußen trocknen
  • Vor dem Schlafengehen Haare waschen, damit Pollen nicht ins Bett wandern
Wichtiger Hinweis zu rezeptfreien Allergiemitteln

Auch rezeptfreie Allergiemittel können müde machen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten verursachen oder für Kinder, Schwangere und Menschen mit bestimmten Erkrankungen ungeeignet sein. Packungsbeilage beachten und im Zweifel ärztlich oder pharmazeutisch beraten lassen.

Der Weg zur HNO- oder allergologischen Praxis

Wer trotz konsequenter Selbstmedikation nicht klarkommt oder Symptome über mehrere Wochen hat, sollte einen Allergietest machen lassen. Der Prick-Test dauert etwa 20 Minuten und zeigt schnell, worauf man reagiert. Eine Blutuntersuchung auf spezifische IgE-Antikörper ergänzt das Bild.

Hyposensibilisierung: die einzige ursächliche Behandlung

Die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung, SIT) setzt an der Ursache an. Über einen mehrjährigen Zeitraum wird der Körper an das Allergen gewöhnt. Es gibt sie als Spritze in der Praxis (SCIT) oder als Tablette bzw. Tropfen unter die Zunge (SLIT). Wie hoch der Erfolg im Einzelfall ausfällt, unterscheidet sich je nach Allergen, Präparat und individuellen Faktoren. Konkrete Erfolgsquoten sollten mit der behandelnden Fachpraxis und den aktuellen Leitlinien besprochen werden. Beginnen sollte man die Therapie am besten in einer beschwerdefreien Zeit.

Häufige Fragen

Warum werde ich plötzlich Allergiker, obwohl ich es früher nicht war?

Allergien können in jedem Alter neu entstehen. Klimaveränderungen mit früherer und stärkerer Pollenbelastung, Feinstaub und veränderte Ernährungsmuster werden als Mitverursacher diskutiert. Auch ein Wechsel des Wohnorts kann eine neue Sensibilisierung anstoßen.

Wie lange dauert es, bis Antihistaminika wirken?

Moderne Antihistaminika der zweiten Generation wirken in der Regel innerhalb weniger Stunden. Die volle Wirkung kann sich nach ein bis zwei Tagen bei täglicher Einnahme entfalten. Sie machen meist deutlich weniger müde als ältere Präparate.

Sind Kortison-Nasensprays gefährlich bei Dauergebrauch?

Moderne Nasensprays mit Kortikoiden wirken hauptsächlich lokal in der Nasenschleimhaut. Sie werden in Deutschland auch längerfristig eingesetzt, sollten aber gemäß Packungsbeilage angewendet und bei Dauergebrauch (mehrere Monate) ärztlich begleitet werden. Für Kinder, Schwangere und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen. Nicht zu verwechseln mit abschwellenden Nasensprays (zum Beispiel Xylometazolin), die nach wenigen Tagen abhängig machen können.

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Quellen und Leitlinien

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel ist eine informierende Aufbereitung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei konkreten Beschwerden fragen Sie Ihren Haus- oder Facharzt.

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