Die Pollensaison in Deutschland zieht sich mittlerweile von Februar bis in den Herbst. Klimawandel und wärmere Winter haben die Blühzeiten verlängert. Wer allergisch auf Birke, Gräser oder Beifuß reagiert, spürt das früher und länger als noch vor 20 Jahren.
Symptome, die man nicht ignorieren sollte
Klassisch sind Niesattacken, wässriger Schnupfen, juckende und tränende Augen, Kratzen im Rachen. Bei einem Teil der Betroffenen entwickelt sich mit den Jahren aus dem Heuschnupfen ein allergisches Asthma (sogenannter Etagenwechsel). Wer seit Jahren Heuschnupfen hat und neu Atemnot, Husten oder pfeifende Atmung bemerkt, sollte das ärztlich abklären lassen.
Was in der Akutphase hilft
- Antihistaminika (zum Beispiel Cetirizin, Loratadin, Desloratadin): einzelne Präparate sind in bestimmten Packungsgrößen rezeptfrei; genauer Status je Produkt bitte in der Apotheke prüfen
- Nasensprays mit Kortikoiden (zum Beispiel Mometason, Fluticason): wirken erst nach einigen Tagen und brauchen konsequente Anwendung
- Augentropfen mit Antihistaminikum
- Pollenfilter im Auto und für die Wohnung, Wäsche nicht draußen trocknen
- Vor dem Schlafengehen Haare waschen, damit Pollen nicht ins Bett wandern
Auch rezeptfreie Allergiemittel können müde machen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten verursachen oder für Kinder, Schwangere und Menschen mit bestimmten Erkrankungen ungeeignet sein. Packungsbeilage beachten und im Zweifel ärztlich oder pharmazeutisch beraten lassen.
Wer trotz konsequenter Selbstmedikation nicht klarkommt oder Symptome über mehrere Wochen hat, sollte einen Allergietest machen lassen. Der Prick-Test dauert etwa 20 Minuten und zeigt schnell, worauf man reagiert. Eine Blutuntersuchung auf spezifische IgE-Antikörper ergänzt das Bild.
Hyposensibilisierung: die einzige ursächliche Behandlung
Die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung, SIT) setzt an der Ursache an. Über einen mehrjährigen Zeitraum wird der Körper an das Allergen gewöhnt. Es gibt sie als Spritze in der Praxis (SCIT) oder als Tablette bzw. Tropfen unter die Zunge (SLIT). Wie hoch der Erfolg im Einzelfall ausfällt, unterscheidet sich je nach Allergen, Präparat und individuellen Faktoren. Konkrete Erfolgsquoten sollten mit der behandelnden Fachpraxis und den aktuellen Leitlinien besprochen werden. Beginnen sollte man die Therapie am besten in einer beschwerdefreien Zeit.