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HNO & Atemwege

Hörsturz: was tun, wenn plötzlich das Ohr taub ist

Ein Ohr geht wie unter Wasser, alles klingt dumpf, oft dazu ein Rauschen oder Pfeifen. Ein Hörsturz ist erschreckend und tritt oft aus dem Nichts auf. Er ist zwar meist behandelbar, aber es kommt auf zügiges Handeln an. Die wichtigsten Punkte.

Navoria Redaktion|Veröffentlicht 13. Juli 2026|Zuletzt redaktionell aktualisiert 5. Februar 2026| 5 Min. Lesezeit
Person hält Hand ans Ohr, Motiv für Hörsturz und Tinnitus

Ein Hörsturz ist eine plötzliche, meist einseitige Hörminderung ohne erkennbare äußere Ursache. Nach Einschätzung der HNO-Fachgesellschaften betrifft er in Deutschland eine niedrige fünfstellige Zahl an Menschen pro Jahr. Der Altersgipfel liegt zwischen 40 und 60, aber auch Jüngere können betroffen sein. In vielen Fällen bleibt die Ursache unklar; diskutiert werden Durchblutungsstörungen, virale Entzündungen und Stress als möglicher Auslöser.

Wie sich ein Hörsturz anfühlt

Plötzliche Verschlechterung des Hörens auf einem Ohr, oft mit dem Gefühl, „Watte im Ohr" zu haben. Häufig verbunden mit Ohrensausen (Tinnitus), manchmal Schwindel, seltener leichter Druck. Wichtig zur Abgrenzung: keine typischen Ohrenschmerzen (dann eher Mittelohrentzündung) und keine plötzliche Ertaubung als Folge einer akuten Verletzung oder eines lauten Knalls.

Zeitnah zum HNO

Ein Hörsturz sollte zeitnah in einer HNO-Praxis abgeklärt werden. Ein früher Beginn der Behandlung wird in aktuellen Leitlinien empfohlen. Konkrete Fristangaben und Empfehlungen finden Sie in der aktuellen S1-Leitlinie „Idiopathischer Hörsturz".

Untersuchung beim HNO-Arzt

Zuerst wird das Ohr inspiziert (Ohrspiegelung), um mechanische Ursachen wie einen großen Ohrenschmalzpfropf auszuschließen. Es folgen ein Hörtest (Tonschwellenaudiometrie), eine Tympanometrie (Prüfung des Trommelfells) und eventuell weitere Tests. Bei anhaltender Symptomatik oder Verdacht auf andere Ursachen (zum Beispiel Akustikusneurinom) kann ein MRT sinnvoll sein.

Behandlung wird individuell entschieden

In der Regel wird bei einem idiopathischen Hörsturz eine Kortison-Therapie erwogen – oral oder als Infusion. Bei ausbleibender Besserung kann eine intratympanale Injektion durch das Trommelfell erwogen werden. Ob und in welcher Form Kortison bei Ihnen sinnvoll ist, welche Dosierung geeignet ist und wie lange behandelt werden sollte, wird ärztlich individuell abgewogen. Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Infektionen können die Auswahl beeinflussen. Frühere Standard-Infusionen mit Hydroxyethylstärke (HAES) werden heute nicht mehr empfohlen.

Was mit dem Tinnitus wird

Bei einem Teil der Betroffenen bleibt ein Tinnitus zurück, teils leicht, teils belastend. Behandlungsoptionen sind Beratung und Aufklärung (Tinnitus-Counseling), Verhaltenstherapie, Hörgeräte-Anpassung bei bleibender Hörminderung sowie Entspannungsverfahren. Ein chronischer Tinnitus ist häufig gut bewältigbar, auch wenn er nicht immer vollständig verschwindet.

Häufige Fragen

Ist ein Hörsturz gefährlich?

Meist nicht akut lebensbedrohlich, aber die betroffene Hörfähigkeit ist nur begrenzt „einholbar". Ein zeitnaher Termin in einer HNO-Praxis ist deshalb wichtig.

Was hat Stress mit Hörsturz zu tun?

Ein statistischer Zusammenhang mit Stress-Phasen wird diskutiert, ein direkter kausaler Beweis fehlt. In der Nachbehandlung wird Stressabbau als sinnvoller Baustein häufig empfohlen.

Kann ein Hörsturz wiederkehren?

Ja, ein Teil der Betroffenen erlebt im Laufe des Lebens einen zweiten Hörsturz. Wer bereits einen Hörsturz hatte, sollte bei erneuten Symptomen zügig eine HNO-Praxis aufsuchen.

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Quellen und Leitlinien

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel ist eine informierende Aufbereitung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei konkreten Beschwerden fragen Sie Ihren Haus- oder Facharzt.

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