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HNO & Atemwege

Grippe oder nur erkältet? Der ehrliche Unterschied

Wenn im Winter der Hals kratzt und der Kopf brummt, spricht man schnell von Grippe. In den allermeisten Fällen ist es aber eine Erkältung, medizinisch ein grippaler Infekt. Die echte Grippe (Influenza) fühlt sich anders an. Wer den Unterschied kennt, spart sich unnötige Antibiotika.

Navoria Redaktion|Veröffentlicht 12. Januar 2026|Zuletzt redaktionell aktualisiert 5. Februar 2026| 4 Min. Lesezeit
Mann putzt sich die Nase, Motiv für Erkältung und Grippe

Zahlreiche Erkältungsviren sind bekannt, allen voran Rhinoviren. Die echte Grippe wird dagegen von Influenza-Viren ausgelöst, in Deutschland vor allem in den Wintermonaten. Beide Erkrankungen betreffen die Atemwege, unterscheiden sich aber deutlich in Verlauf und Schwere.

So fühlt sich eine Erkältung an

Sie beginnt schleichend, meist mit Halskratzen, dann laufender oder verstopfter Nase, leichtem Husten. Die Körpertemperatur bleibt oft unter 38,5 Grad oder es gibt gar kein Fieber. Der Allgemeinzustand ist zwar schlechter als sonst, man kommt aber meist noch durch den Tag. Nach fünf bis sieben Tagen ist der Spuk vorbei.

So fühlt sich echte Grippe an

Die Influenza kommt oft schlagartig. Innerhalb weniger Stunden hohes Fieber (oft über 39 Grad), starker Kopfschmerz, ausgeprägte Gliederschmerzen, trockener Reizhusten, Abgeschlagenheit im ganzen Körper. Der Verlauf dauert meist eine bis zwei Wochen. Bei Risikogruppen (ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere) können schwere Verläufe mit Lungenentzündung oder Herzmuskelentzündung auftreten.

Schnelltest sinnvoll?

Bei jungen, gesunden Erwachsenen mit typischen Symptomen ist ein Grippe-Schnelltest meist nicht nötig. Bei Risikogruppen, im Krankenhaus, in Pflegeeinrichtungen oder bei sehr schwerem Verlauf kann er sinnvoll sein, weil eine antivirale Therapie (zum Beispiel mit Oseltamivir) in den ersten Stunden nach Symptombeginn Vorteile bringen kann. Die Entscheidung trifft die behandelnde Praxis.

Was hilft: bei beiden Krankheiten

  • Ruhen, sich nicht durchkämpfen, Krankschreibung bei Bedarf
  • Ausreichend trinken entsprechend Durst und medizinischer Situation (Wasser, ungesüßter Tee, warme Suppen)
  • Nasenspülungen mit Salzwasser gegen Schnupfen
  • Rezeptfreie Schmerz- oder Fiebermittel bei Bedarf: Auswahl und Dosierung nach Packungsbeilage und nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Apotheke; Gegenanzeigen (zum Beispiel Magenprobleme, Nieren, Blutverdünner, Schwangerschaft, Kinder) beachten
  • Angenehmes Raumklima, kein zu trockene Heizungsluft

Was NICHT hilft

Antibiotika wirken gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Bei einem einfachen viralen Infekt sind sie wirkungslos. Ausnahme: Wenn sich nach einer viralen Infektion bakterielle Komplikationen entwickeln (zum Beispiel Nasennebenhöhlenentzündung mit einseitigen Schmerzen, Mittelohrentzündung, Lungenentzündung mit anhaltend hohem Fieber und produktivem Husten), kann ein Antibiotikum indiziert sein. Das entscheidet die behandelnde Praxis.

Grippe-Impfung: für wen wirklich

Die Ständige Impfkommission (STIKO) veröffentlicht jährlich aktualisierte Empfehlungen zur Influenza-Impfung, unter anderem für ältere Menschen, Schwangere, chronisch Kranke, Personal im Gesundheitswesen und Menschen mit häufigem Publikumsverkehr. Details – auch zu bevorzugten Impfstoffen und Altersgruppen – finden Sie im aktuellen Epidemiologischen Bulletin des RKI (siehe Quellen).

Häufige Fragen

Wie lange bin ich ansteckend?

Bei Erkältung ab dem Kratzen im Hals bis etwa Tag 5 bis 7. Bei Grippe bereits kurz vor den ersten Symptomen und einige Tage danach, bei Kindern und Immungeschwächten oft länger. In dieser Zeit möglichst zuhause bleiben, hygienisch niesen und husten, Hände waschen.

Kann man gleichzeitig Grippe und Covid-19 haben?

Ja, Doppelinfektionen kommen vor. Bei unklarem Verlauf oder Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe kann ein kombinierter Schnelltest sinnvoll sein. Impfempfehlungen der STIKO beachten.

Wann muss ich in die Klinik?

Bei Atemnot, blau angelaufenen Lippen, anhaltend hohem Fieber trotz Medikamenten, starken Brustschmerzen, ausgeprägter Schwäche mit Kreislaufproblemen, Verwirrtheit oder wenn sich der Zustand nach anfänglicher Besserung wieder verschlechtert – sofort 112. Bei Säuglingen und Kleinkindern gilt der niedrigere Schwellenwert, im Zweifel zuerst 116 117 anrufen.

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Quellen und Leitlinien

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel ist eine informierende Aufbereitung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei konkreten Beschwerden fragen Sie Ihren Haus- oder Facharzt.

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