Zahlreiche Erkältungsviren sind bekannt, allen voran Rhinoviren. Die echte Grippe wird dagegen von Influenza-Viren ausgelöst, in Deutschland vor allem in den Wintermonaten. Beide Erkrankungen betreffen die Atemwege, unterscheiden sich aber deutlich in Verlauf und Schwere.
Bei Atemnot, blau verfärbten Lippen, akuten Brustschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit oder ausgeprägten Kreislaufproblemen: sofort den Rettungsdienst rufen. Bei Säuglingen und Kleinkindern gilt der niedrigere Schwellenwert. Außerhalb solcher Notfälle ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 erreichbar.
So fühlt sich eine Erkältung an
Sie beginnt schleichend, meist mit Halskratzen, dann laufender oder verstopfter Nase, leichtem Husten. Die Körpertemperatur bleibt oft unter 38,5 Grad oder es gibt gar kein Fieber. Der Allgemeinzustand ist zwar schlechter als sonst, man kommt aber meist noch durch den Tag. Nach fünf bis sieben Tagen ist der Spuk vorbei.
So fühlt sich echte Grippe an
Die Influenza kommt oft schlagartig. Innerhalb weniger Stunden hohes Fieber (oft über 39 Grad), starker Kopfschmerz, ausgeprägte Gliederschmerzen, trockener Reizhusten, Abgeschlagenheit im ganzen Körper. Der Verlauf dauert meist eine bis zwei Wochen. Bei Risikogruppen (ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere) können schwere Verläufe mit Lungenentzündung oder Herzmuskelentzündung auftreten.
Bei jungen, gesunden Erwachsenen mit typischen Symptomen ist ein Grippe-Schnelltest meist nicht nötig. Bei Risikogruppen, im Krankenhaus, in Pflegeeinrichtungen oder bei sehr schwerem Verlauf kann er sinnvoll sein, weil eine antivirale Therapie (zum Beispiel mit Oseltamivir) in den ersten Stunden nach Symptombeginn Vorteile bringen kann. Die Entscheidung trifft die behandelnde Praxis.
Was hilft: bei beiden Krankheiten
- Ruhen, sich nicht durchkämpfen, Krankschreibung bei Bedarf
- Ausreichend trinken entsprechend Durst und medizinischer Situation (Wasser, ungesüßter Tee, warme Suppen)
- Nasenspülungen mit Salzwasser gegen Schnupfen
- Rezeptfreie Schmerz- oder Fiebermittel bei Bedarf: Auswahl und Dosierung nach Packungsbeilage und nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Apotheke; Gegenanzeigen (zum Beispiel Magenprobleme, Nieren, Blutverdünner, Schwangerschaft, Kinder) beachten
- Angenehmes Raumklima, kein zu trockene Heizungsluft
Was NICHT hilft
Antibiotika wirken gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Bei einem einfachen viralen Infekt sind sie wirkungslos. Ausnahme: Wenn sich nach einer viralen Infektion bakterielle Komplikationen entwickeln (zum Beispiel Nasennebenhöhlenentzündung mit einseitigen Schmerzen, Mittelohrentzündung, Lungenentzündung mit anhaltend hohem Fieber und produktivem Husten), kann ein Antibiotikum indiziert sein. Das entscheidet die behandelnde Praxis.
Grippe-Impfung: für wen wirklich
Die Ständige Impfkommission (STIKO) veröffentlicht jährlich aktualisierte Empfehlungen zur Influenza-Impfung, unter anderem für ältere Menschen, Schwangere, chronisch Kranke, Personal im Gesundheitswesen und Menschen mit häufigem Publikumsverkehr. Details – auch zu bevorzugten Impfstoffen und Altersgruppen – finden Sie im aktuellen Epidemiologischen Bulletin des RKI (siehe Quellen).