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Vorsorge

Vitamin D: wer wirklich einen Mangel hat

Der Winter ist vorbei und in den sozialen Medien empfiehlt gefühlt jeder zweite Influencer eine Vitamin-D-Kur. Die Wahrheit ist etwas differenzierter. Bei manchen Menschen ist eine Einnahme sinnvoll, bei vielen nicht. Und wer schlecht dosiert, kann sich schaden.

Navoria Redaktion|Veröffentlicht 18. März 2026|Zuletzt redaktionell aktualisiert 5. Februar 2026| 5 Min. Lesezeit
Vitamin-D-Präparat, Motiv für Vitamin-D-Versorgung

Vitamin D bildet der Körper selbst, wenn UV-B-Strahlung auf die Haut trifft. In Deutschland reicht die Sonneneinstrahlung in den Wintermonaten nicht aus, um genug davon herzustellen. Der Speicher im Fettgewebe hält aber über den Winter, wenn er im Sommer gefüllt wurde. Wie viel Sonne im Alltag sinnvoll ist – und wie sich das mit dem Hautkrebsschutz verträgt – dazu geben BfS, DGE und die Hautkrebsprävention konkrete Empfehlungen (siehe Quellen).

Wie erkenne ich einen Mangel

Die meisten Menschen mit leichtem Vitamin-D-Mangel merken nichts. Bei ausgeprägtem Mangel können Muskelschwäche, unklare Muskelschmerzen, Erschöpfung und häufigere Infekte auftreten. Diese Beschwerden sind aber sehr unspezifisch. Gesichert wird die Diagnose durch die Bestimmung des 25-OH-Vitamin-D-Spiegels im Blut.

Diese Gruppen sollten den Wert individuell besprechen

Ältere Menschen (verringerte Eigenproduktion), Personen mit sehr dunkler Haut in Nordeuropa, Menschen die aus religiösen oder medizinischen Gründen wenig Sonne bekommen, Bewohner von Pflegeheimen, Menschen mit chronischen Darmerkrankungen oder deutlichem Übergewicht. Für alle anderen Erwachsenen gibt es keine generelle Empfehlung zur Vitamin-D-Messung.

Was ist ein normaler Wert

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht 25-OH-Vitamin-D-Werte ab 20 ng/ml (50 nmol/l) als ausreichend an. Werte unter 12 ng/ml gelten als deutlicher Mangel. Der Bereich dazwischen wird unterschiedlich bewertet. Die verbreitete Empfehlung „je höher desto besser" ist wissenschaftlich nicht haltbar.

Wenn Einnahme, dann individuell

Ob eine Einnahme sinnvoll ist und welche Dosierung geeignet ist, hängt von Alter, Versorgung, Erkrankungen, Medikamenten und gegebenenfalls dem gemessenen Vitamin-D-Spiegel ab. Rezeptfreie Präparate in üblichen niedrigen Dosierungen sind nicht automatisch für jede Person passend. Hochdosispräparate (zum Beispiel Wochen- oder Monatspräparate mit 20.000 IE und mehr) sollten nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Eine Überdosierung kann zu Hyperkalzämie mit Nierensteinen, Übelkeit und Herzrhythmusstörungen führen.

Häufige Fragen

Zahlt die Krankenkasse die Vitamin-D-Bestimmung?

Bei konkretem medizinischen Verdacht (zum Beispiel bei Osteoporose, chronischer Darmerkrankung, Sturzneigung bei älteren Patienten) kann der Test eine Kassenleistung sein. Ohne konkreten Anlass wird er häufig als IGeL angeboten; die Kosten unterscheiden sich zwischen Praxen und sind nicht bundesweit einheitlich.

Was kostet ein Vitamin-D-Präparat?

Die Preise variieren stark zwischen Präparaten, Dosierungen und Packungsgrößen. Ob eine Erstattung durch die gesetzliche Krankenkasse in Frage kommt, hängt vom Rezeptstatus und der Indikation ab. Fragen Sie in Praxis oder Apotheke nach.

Reicht Vitamin D aus dem Essen?

Nur ausgewählte Lebensmittel enthalten nennenswert Vitamin D: fetter Seefisch, Eigelb, in geringen Mengen Milchprodukte. Über die Ernährung allein wird der Bedarf in Deutschland meist nicht gedeckt; Sonnenlicht ist die Hauptquelle.

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Quellen und Leitlinien

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel ist eine informierende Aufbereitung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei konkreten Beschwerden fragen Sie Ihren Haus- oder Facharzt.

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