Vitamin D bildet der Körper selbst, wenn UV-B-Strahlung auf die Haut trifft. In Deutschland reicht die Sonneneinstrahlung in den Wintermonaten nicht aus, um genug davon herzustellen. Der Speicher im Fettgewebe hält aber über den Winter, wenn er im Sommer gefüllt wurde. Wie viel Sonne im Alltag sinnvoll ist – und wie sich das mit dem Hautkrebsschutz verträgt – dazu geben BfS, DGE und die Hautkrebsprävention konkrete Empfehlungen (siehe Quellen).
Wie erkenne ich einen Mangel
Die meisten Menschen mit leichtem Vitamin-D-Mangel merken nichts. Bei ausgeprägtem Mangel können Muskelschwäche, unklare Muskelschmerzen, Erschöpfung und häufigere Infekte auftreten. Diese Beschwerden sind aber sehr unspezifisch. Gesichert wird die Diagnose durch die Bestimmung des 25-OH-Vitamin-D-Spiegels im Blut.
Ältere Menschen (verringerte Eigenproduktion), Personen mit sehr dunkler Haut in Nordeuropa, Menschen die aus religiösen oder medizinischen Gründen wenig Sonne bekommen, Bewohner von Pflegeheimen, Menschen mit chronischen Darmerkrankungen oder deutlichem Übergewicht. Für alle anderen Erwachsenen gibt es keine generelle Empfehlung zur Vitamin-D-Messung.
Was ist ein normaler Wert
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht 25-OH-Vitamin-D-Werte ab 20 ng/ml (50 nmol/l) als ausreichend an. Werte unter 12 ng/ml gelten als deutlicher Mangel. Der Bereich dazwischen wird unterschiedlich bewertet. Die verbreitete Empfehlung „je höher desto besser" ist wissenschaftlich nicht haltbar.
Wenn Einnahme, dann individuell
Ob eine Einnahme sinnvoll ist und welche Dosierung geeignet ist, hängt von Alter, Versorgung, Erkrankungen, Medikamenten und gegebenenfalls dem gemessenen Vitamin-D-Spiegel ab. Rezeptfreie Präparate in üblichen niedrigen Dosierungen sind nicht automatisch für jede Person passend. Hochdosispräparate (zum Beispiel Wochen- oder Monatspräparate mit 20.000 IE und mehr) sollten nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Eine Überdosierung kann zu Hyperkalzämie mit Nierensteinen, Übelkeit und Herzrhythmusstörungen führen.