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Vorsorge

Diabetes Typ 2: die schleichende Volkskrankheit

In Deutschland leben mehrere Millionen Menschen mit Diabetes, die meisten davon vom Typ 2. Eine erhebliche Zahl weiß noch nichts von ihrer Erkrankung. Dabei ließe sich vieles vermeiden, wenn früh gegengesteuert wird. Die Basics zur Volkskrankheit Nummer eins des Stoffwechsels.

Navoria Redaktion|Veröffentlicht 22. Juni 2026|Zuletzt redaktionell aktualisiert 5. Februar 2026| 6 Min. Lesezeit
Blutzuckermessung mit Glukometer

Diabetes Typ 2 entsteht meist über Jahre. Die Bauchspeicheldrüse produziert zwar Insulin, aber die Körperzellen sprechen darauf immer weniger an. Als Folge steigen die Blutzuckerwerte. Anfangs fühlt man nichts. Wenn Beschwerden auftreten, ist die Krankheit oft schon lange da.

Wer besonders gefährdet ist

  • Übergewicht, besonders viel Bauchfett
  • Diabetes in der Familie (Eltern, Geschwister)
  • Wenig Bewegung im Alltag
  • Bluthochdruck oder erhöhte Blutfette
  • Gestationsdiabetes in der Schwangerschaft
  • Höheres Lebensalter

Symptome, wenn sie kommen

Vermehrter Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, schlechte Wundheilung, Juckreiz, häufige Infekte, Sehstörungen. Diese Beschwerden treten oft erst bei deutlich erhöhten Blutzuckerwerten auf. Deshalb ist das Screening im Rahmen des Check-up 35 wichtig.

Die wichtigsten Werte – Diagnose immer ärztlich

Für die Diagnose eines Diabetes werden in Deutschland üblicherweise Nüchtern-Blutzucker, HbA1c und – bei Bedarf – ein oraler Glukose-Toleranztest (oGTT) herangezogen. Einzelne Messwerte reichen nicht zur Selbstdiagnose; die Diagnose muss durch die behandelnde Praxis anhand aktueller Leitlinien und ggf. Wiederholungsmessungen bestätigt werden. Genaue Grenzwerte finden Sie in der Nationalen VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes.

Was tun bei Prädiabetes

Prädiabetes ist eine Vorstufe, aber keine Einbahnstraße. Eine moderate Gewichtsabnahme, regelmäßige Bewegung und eine ballaststoffreichere Ernährung können den Verlauf oft aufhalten oder deutlich verlangsamen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Sie zu strukturierten Präventionsprogrammen (zum Beispiel Kurse nach § 20 SGB V, DMP) beraten.

Wenn Medikamente ins Spiel kommen

Metformin ist bei vielen Menschen mit Diabetes Typ 2 ein häufig eingesetztes erstes Medikament. Die Auswahl hängt aber immer von Begleiterkrankungen, Nierenfunktion und individuellem Risiko ab. Weitere Wirkstoffgruppen wie SGLT2-Hemmer und GLP-1-Analoga haben spezifische Zulassungen und Nutzenprofile – manche mit Vorteilen bei bestimmten Herz- oder Nierenerkrankungen. Insulin ist nicht das erste Mittel, kann aber im Verlauf notwendig werden. Alle Therapieentscheidungen und Änderungen erfolgen ärztlich – bitte keine Medikamente eigenmächtig absetzen oder ändern.

Hinweis zu Ozempic, Wegovy & Co.

Semaglutid ist in Deutschland unter unterschiedlichen Markennamen und mit unterschiedlichen Zulassungen erhältlich (zum Beispiel für Diabetes Typ 2 bzw. für Adipositas). Diese sind nicht gleichzusetzen. Anwendung und Verordnung erfolgen ärztlich; Selbstmedikation oder Bezug außerhalb der Apotheke ist nicht zu empfehlen.

Häufige Fragen

Ist Diabetes Typ 2 heilbar?

Man spricht heute eher von Diabetes-Remission, wenn die Blutzuckerwerte über mindestens 3 Monate ohne Medikamente im Normalbereich sind. Nach deutlicher Gewichtsabnahme (zum Beispiel durch strukturierte Lebensstil-Intervention oder bariatrische Chirurgie) kann eine Remission bei Menschen mit frisch entdecktem Diabetes Typ 2 möglich sein. Die konkrete Aussicht ist individuell und wird ärztlich beurteilt.

Was ist der Unterschied zu Diabetes Typ 1?

Beim Typ 1 zerstört das Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse, meist im Kindes- oder jungen Erwachsenenalter. Betroffene brauchen von Anfang an Insulin. Typ 2 ist meist eine Erkrankung des Erwachsenenalters mit vorhandenem, aber schlechter wirksamem Insulin.

Braucht man mit Diabetes ein Blutzuckermessgerät für zuhause?

Das hängt von der Therapie ab. Bei reiner Metformin-Behandlung und stabilen Werten ist Selbstmessung meist nicht notwendig. Bei Insulin-Therapie oder bestimmten anderen Medikamenten mit Unterzuckerungsrisiko wird eine Selbstmessung oder kontinuierliche Glukosemessung häufig empfohlen. Das entscheidet die behandelnde Praxis.

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Quellen und Leitlinien

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel ist eine informierende Aufbereitung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei konkreten Beschwerden fragen Sie Ihren Haus- oder Facharzt.

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