Diabetes Typ 2 entsteht meist über Jahre. Die Bauchspeicheldrüse produziert zwar Insulin, aber die Körperzellen sprechen darauf immer weniger an. Als Folge steigen die Blutzuckerwerte. Anfangs fühlt man nichts. Wenn Beschwerden auftreten, ist die Krankheit oft schon lange da.
Wer besonders gefährdet ist
- Übergewicht, besonders viel Bauchfett
- Diabetes in der Familie (Eltern, Geschwister)
- Wenig Bewegung im Alltag
- Bluthochdruck oder erhöhte Blutfette
- Gestationsdiabetes in der Schwangerschaft
- Höheres Lebensalter
Symptome, wenn sie kommen
Vermehrter Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, schlechte Wundheilung, Juckreiz, häufige Infekte, Sehstörungen. Diese Beschwerden treten oft erst bei deutlich erhöhten Blutzuckerwerten auf. Deshalb ist das Screening im Rahmen des Check-up 35 wichtig.
Für die Diagnose eines Diabetes werden in Deutschland üblicherweise Nüchtern-Blutzucker, HbA1c und – bei Bedarf – ein oraler Glukose-Toleranztest (oGTT) herangezogen. Einzelne Messwerte reichen nicht zur Selbstdiagnose; die Diagnose muss durch die behandelnde Praxis anhand aktueller Leitlinien und ggf. Wiederholungsmessungen bestätigt werden. Genaue Grenzwerte finden Sie in der Nationalen VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes.
Was tun bei Prädiabetes
Prädiabetes ist eine Vorstufe, aber keine Einbahnstraße. Eine moderate Gewichtsabnahme, regelmäßige Bewegung und eine ballaststoffreichere Ernährung können den Verlauf oft aufhalten oder deutlich verlangsamen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Sie zu strukturierten Präventionsprogrammen (zum Beispiel Kurse nach § 20 SGB V, DMP) beraten.
Wenn Medikamente ins Spiel kommen
Metformin ist bei vielen Menschen mit Diabetes Typ 2 ein häufig eingesetztes erstes Medikament. Die Auswahl hängt aber immer von Begleiterkrankungen, Nierenfunktion und individuellem Risiko ab. Weitere Wirkstoffgruppen wie SGLT2-Hemmer und GLP-1-Analoga haben spezifische Zulassungen und Nutzenprofile – manche mit Vorteilen bei bestimmten Herz- oder Nierenerkrankungen. Insulin ist nicht das erste Mittel, kann aber im Verlauf notwendig werden. Alle Therapieentscheidungen und Änderungen erfolgen ärztlich – bitte keine Medikamente eigenmächtig absetzen oder ändern.
Semaglutid ist in Deutschland unter unterschiedlichen Markennamen und mit unterschiedlichen Zulassungen erhältlich (zum Beispiel für Diabetes Typ 2 bzw. für Adipositas). Diese sind nicht gleichzusetzen. Anwendung und Verordnung erfolgen ärztlich; Selbstmedikation oder Bezug außerhalb der Apotheke ist nicht zu empfehlen.