Zecken sind Spinnentiere, die in Gräsern, Farnen und Unterholz auf einen vorbeikommenden Wirt warten. In Deutschland ist der Gemeine Holzbock die häufigste Art. Er kann zwei Krankheiten übertragen, die medizinisch relevant sind: die Lyme-Borreliose (Bakterium) und die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME (Virus).
Zecke gefunden: was tun
Je schneller die Zecke entfernt wird, desto besser. Zum Entfernen eignen sich Zeckenkarte, spitze Pinzette oder Zeckenzange. Möglichst nah an der Haut fassen, gerade herausziehen, nicht drehen und nicht mit Öl, Klebstoff oder anderen „Hausmitteln" traktieren. Danach die Stelle desinfizieren und einige Wochen im Auge behalten. Detaillierte Empfehlungen zur Zeckenentfernung finden Sie im aktuellen Zeckenstich-Ratgeber des Robert Koch-Instituts.
Ein Tage bis Wochen nach dem Stich auftretender ringförmiger, rötlicher Fleck (Erythema migrans) ist typisch für die Borreliose. Er wandert langsam nach außen, oft mit blasser Mitte. Bei gesicherter Borreliose legt die Ärztin oder der Arzt Wirkstoff und Behandlungsdauer anhand der Krankheitsform, des Alters, einer möglichen Schwangerschaft und weiterer individueller Faktoren fest.
FSME: nicht überall in Deutschland gleich
FSME wird durch Viren übertragen, gegen die es kein ursächlich wirkendes Medikament gibt. Sie kann in schweren Fällen eine Hirnhaut- oder Hirnentzündung verursachen. Das Robert Koch-Institut veröffentlicht jährlich eine aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete – dabei werden einzelne Landkreise ausgewiesen, nicht pauschal ganze Bundesländer. Wer sich in ausgewiesenen Risikogebieten aufhält, sollte die FSME-Impfung mit der zuständigen ärztlichen Praxis besprechen. Die aktuelle Empfehlung zur FSME-Impfung inklusive Schema und Auffrischungsintervallen gibt die Ständige Impfkommission (STIKO) heraus; verlässliche Angaben finden Sie im aktuellen Epidemiologischen Bulletin des RKI.
Prophylaxe im Alltag
- Lange, helle Kleidung im hohen Gras (Zecken auf hellem Stoff besser sichtbar)
- Hosenbeine in die Socken stecken
- Repellents mit DEET oder Icaridin auf freie Haut
- Nach dem Aufenthalt draußen den ganzen Körper absuchen, besonders Kniekehlen, Achseln, Leiste, Nacken
- Kinder immer mit absuchen, sie sind häufig betroffen