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Vorsorge

Zecken, Borreliose, FSME: was Sie wissen sollten

Sobald die Temperaturen über 8 Grad steigen, werden Zecken aktiv. Ein Zeckenstich ist noch keine Katastrophe, kann aber unangenehme Folgen haben. Was gilt es zu tun, wenn man eine Zecke findet? Und wer sollte gegen FSME geimpft sein?

Navoria Redaktion|Veröffentlicht 3. April 2026|Zuletzt redaktionell aktualisiert 5. Februar 2026| 6 Min. Lesezeit
Zecke auf Haut, Motiv für Zeckenstich

Zecken sind Spinnentiere, die in Gräsern, Farnen und Unterholz auf einen vorbeikommenden Wirt warten. In Deutschland ist der Gemeine Holzbock die häufigste Art. Er kann zwei Krankheiten übertragen, die medizinisch relevant sind: die Lyme-Borreliose (Bakterium) und die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME (Virus).

Zecke gefunden: was tun

Je schneller die Zecke entfernt wird, desto besser. Zum Entfernen eignen sich Zeckenkarte, spitze Pinzette oder Zeckenzange. Möglichst nah an der Haut fassen, gerade herausziehen, nicht drehen und nicht mit Öl, Klebstoff oder anderen „Hausmitteln" traktieren. Danach die Stelle desinfizieren und einige Wochen im Auge behalten. Detaillierte Empfehlungen zur Zeckenentfernung finden Sie im aktuellen Zeckenstich-Ratgeber des Robert Koch-Instituts.

Wanderröte: das Hauptzeichen einer Borreliose

Ein Tage bis Wochen nach dem Stich auftretender ringförmiger, rötlicher Fleck (Erythema migrans) ist typisch für die Borreliose. Er wandert langsam nach außen, oft mit blasser Mitte. Bei gesicherter Borreliose legt die Ärztin oder der Arzt Wirkstoff und Behandlungsdauer anhand der Krankheitsform, des Alters, einer möglichen Schwangerschaft und weiterer individueller Faktoren fest.

FSME: nicht überall in Deutschland gleich

FSME wird durch Viren übertragen, gegen die es kein ursächlich wirkendes Medikament gibt. Sie kann in schweren Fällen eine Hirnhaut- oder Hirnentzündung verursachen. Das Robert Koch-Institut veröffentlicht jährlich eine aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete – dabei werden einzelne Landkreise ausgewiesen, nicht pauschal ganze Bundesländer. Wer sich in ausgewiesenen Risikogebieten aufhält, sollte die FSME-Impfung mit der zuständigen ärztlichen Praxis besprechen. Die aktuelle Empfehlung zur FSME-Impfung inklusive Schema und Auffrischungsintervallen gibt die Ständige Impfkommission (STIKO) heraus; verlässliche Angaben finden Sie im aktuellen Epidemiologischen Bulletin des RKI.

Prophylaxe im Alltag

  • Lange, helle Kleidung im hohen Gras (Zecken auf hellem Stoff besser sichtbar)
  • Hosenbeine in die Socken stecken
  • Repellents mit DEET oder Icaridin auf freie Haut
  • Nach dem Aufenthalt draußen den ganzen Körper absuchen, besonders Kniekehlen, Achseln, Leiste, Nacken
  • Kinder immer mit absuchen, sie sind häufig betroffen

Häufige Fragen

Muss ich nach jedem Zeckenstich zum Arzt?

Nein, nur wenn nach Tagen oder Wochen die typische Wanderröte auftritt, wenn grippeähnliche Symptome innerhalb weniger Wochen dazukommen, oder wenn Sie unsicher sind, ob die Zecke vollständig entfernt wurde. Ein reiner Zeckenstich ohne Auffälligkeiten braucht in der Regel keinen Arztbesuch.

Kann man ausgetestet werden auf Borreliose?

Ja, per Blutuntersuchung (Suchtest mit ELISA, Bestätigung mit Immunoblot). Aber der Test schlägt frühestens etwa 2 bis 6 Wochen nach der Infektion an. Ein sofortiger Test nach dem Zeckenstich ist meist wenig aussagekräftig. Bei klassischer Wanderröte reicht das klinische Bild.

Wie lange kann man Borreliose bekommen nach einem Zeckenstich?

Frühe Symptome (Wanderröte) treten meist innerhalb von einigen Wochen auf. Späte Manifestationen wie Nervenschmerzen, Gelenkentzündungen oder Herzbeteiligungen können Monate bis Jahre nach dem Stich auftreten, sind aber selten, wenn frühzeitig behandelt wurde.

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Quellen und Leitlinien

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel ist eine informierende Aufbereitung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei konkreten Beschwerden fragen Sie Ihren Haus- oder Facharzt.

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