Die Wechseljahre (Klimakterium) beginnen bei den meisten Frauen um das 45. Lebensjahr und dauern etwa 10 Jahre. Der Übergang von der reproduktiven in die postmenopausale Lebensphase ist keine Krankheit, sondern eine natürliche Umstellung. Sie kann trotzdem intensiv erlebt werden.
Die drei Phasen
- Prämenopause: Zyklen werden unregelmäßig, erste Beschwerden können auftreten
- Menopause: die letzte Regelblutung, rückwirkend nach 12 Monaten ohne Blutung diagnostiziert (Durchschnittsalter etwa 51 Jahre)
- Postmenopause: die Zeit danach; Beschwerden lassen bei vielen Frauen über einige Jahre nach
Häufige Beschwerden und was hilft
Die individuellen Beschwerden reichen von kaum spürbar bis stark ausgeprägt. Am häufigsten sind Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsprobleme, trockene Schleimhäute (vaginal und im Auge) und Libidoveränderungen.
Regelmäßige Bewegung (Ausdauer und Krafttraining zur Knochengesundheit), ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung, Verzicht auf Rauchen (kann Beschwerden verstärken und die Menopause vorverlegen), gemäßigter Alkoholkonsum. Bei psychischen Symptomen können Psychotherapie und Achtsamkeitsverfahren helfen.
Hormontherapie: individuell abwägen
Die Hormontherapie in den Wechseljahren wird heute differenziert bewertet. Bei geeigneten Patientinnen unter 60 Jahren beziehungsweise innerhalb von zehn Jahren nach Beginn der Menopause kann der Nutzen einer Hormontherapie bei belastenden Beschwerden die Risiken überwiegen. Voraussetzung ist eine individuelle ärztliche Prüfung von Beschwerden, Gegenanzeigen und persönlichen Risiken (zum Beispiel Thromboseneigung, familiäre Brustkrebshäufung, Rauchen, weitere Erkrankungen). Verschiedene Anwendungsformen (transdermal, oral) haben unterschiedliche Nutzen- und Risikoprofile. Konkrete Empfehlungen finden Sie in der aktuellen S3-Leitlinie „Peri- und Postmenopause".
Osteoporose: das lange Spiel
Nach der Menopause kann die Knochendichte abnehmen. Basismaßnahmen sind ausreichende Zufuhr von Kalzium (bevorzugt über die Ernährung), gegebenenfalls Vitamin-D-Versorgung, Krafttraining und Verzicht auf Rauchen. Ob und in welchem Umfang eine Knochendichtemessung (DXA) durchgeführt wird und ob sie eine Kassenleistung ist, hängt von Alter, Risikofaktoren und ärztlicher Einschätzung ab. Bei nachgewiesener Osteoporose stehen wirksame Medikamente zur Verfügung – die Auswahl erfolgt fachärztlich.