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Herz & Kreislauf

Bluthochdruck: der leise Feind, den viele unterschätzen

Rund jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat einen zu hohen Blutdruck, viele wissen es nicht. Bluthochdruck tut nicht weh, gibt keine Vorwarnung, richtet über Jahre still Schaden an. Rechtzeitig entdeckt und behandelt, ist das Risiko sehr gut in den Griff zu bekommen.

Navoria Redaktion|Veröffentlicht 8. Januar 2026|Zuletzt redaktionell aktualisiert 5. Februar 2026| 6 Min. Lesezeit
Blutdruckmessung am Arm

Die Deutsche Hochdruckliga geht davon aus, dass in Deutschland zweistellig-Millionen Menschen einen erhöhten Blutdruck haben. Ein erheblicher Anteil davon weiß nichts davon, und auch unter den Behandelten sind viele nicht ausreichend eingestellt. Die Folgen einer unbehandelten Hypertonie können schwerwiegend sein: Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Nierenschwäche, Netzhautschäden.

Ab wann ist der Blutdruck zu hoch

Als Hypertonie gelten in Deutschland üblicherweise wiederholt gemessene Werte ab 140/90 mmHg in der Praxis (bzw. entsprechend niedrigere Werte bei Selbstmessung zuhause oder in der 24-Stunden-Messung). Genaue Diagnose-, Grenz- und Zielwerte richten sich nach den jeweils aktuellen europäischen bzw. deutschen Leitlinien und werden individuell festgelegt – unter anderem in Abhängigkeit von Alter, Vorerkrankungen und weiteren Risikofaktoren. Für Menschen mit Diabetes können abweichende Ziele gelten; die konkrete Empfehlung erfolgt leitliniengerecht und individuell durch die behandelnde Praxis.

Sehr hohe Werte ohne akute Beschwerden

Werte über 180 mmHg systolisch ohne die oben genannten Alarmsymptome sollten nicht als Notfall, aber als dringend abzuklärender Befund verstanden werden: nach kurzer Ruhepause erneut messen, danach zeitnah eine hausärztliche oder internistische Praxis kontaktieren. Bei Unsicherheit: 116 117.

Richtig messen zuhause

Der Blutdruck schwankt im Tagesverlauf und ist beim Arzttermin oft höher als zuhause (Weißkittel-Effekt). Aussagekräftig ist die Messung morgens und abends über sieben Tage jeweils zweimal im Sitzen nach fünf Minuten Ruhe, Ergebnisse notieren. Ein 24-Stunden-Blutdruckmessgerät gilt als Goldstandard für die Diagnosesicherung.

Was zunächst hilft (auch ohne Tabletten)

  • Salzkonsum reduzieren: viele Fertigprodukte enthalten überraschend viel
  • Regelmäßige Bewegung: mehrmals pro Woche moderate Ausdauerbelastung wie zügiges Gehen
  • Gewicht: bereits eine moderate Gewichtsabnahme senkt den Blutdruck spürbar
  • Alkohol reduzieren, Nikotin ganz vermeiden
  • Stress-Management: Entspannungsverfahren, Yoga, Achtsamkeit haben moderate, messbare Effekte

Wann Medikamente

Wenn Lebensstil-Änderungen nicht ausreichen oder der Blutdruck schon deutlich erhöht ist, kommen Medikamente ins Spiel. Zur Auswahl stehen unter anderem ACE-Hemmer, AT1-Antagonisten (Sartane), Kalziumantagonisten, Diuretika und Betablocker. Viele Patienten brauchen eine Kombination aus zwei bis drei Wirkstoffen. Auswahl und Kombination erfolgen individuell nach Verträglichkeit, Begleiterkrankungen und Leitlinie.

Wann zur Kardiologin oder zum Kardiologen

Die meisten Fälle betreut die hausärztliche Praxis. Eine kardiologische Vorstellung ist zum Beispiel sinnvoll bei sehr hohem Blutdruck, bei jüngeren Menschen mit neu aufgetretener Hypertonie (Verdacht auf sekundäre Ursachen), bei Kombination mit Vorhofflimmern oder Herzinsuffizienz, bei schwer einstellbarem Druck trotz mehrerer Medikamente oder bei zusätzlichen Herzsymptomen (Brustenge, Atemnot bei Belastung).

Häufige Fragen

Kann Bluthochdruck wieder verschwinden?

In frühen Stadien und bei sekundären Ursachen (etwa Schlafapnoe, Nierenarterienstenose, hormonelle Störungen) manchmal. Bei der primären Hypertonie ist die Behandlung häufig lebenslang, kann aber mit konsequenter Lebensstil-Änderung mit weniger Medikamenten auskommen.

Sind die Tabletten wirklich nötig?

Bei nachgewiesenem Bluthochdruck und ausgeschöpften Lebensstil-Maßnahmen ja. Ohne Behandlung steigt das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko deutlich. Moderne Blutdruckmedikamente sind meist gut verträglich und werden von vielen Menschen langfristig ohne Probleme eingenommen.

Warum darf man Blutdruckmedikamente nicht einfach absetzen?

Ein plötzliches Absetzen kann zu Rebound-Effekten mit gefährlich hohen Werten führen, besonders bei Betablockern. Bei belastenden Nebenwirkungen immer erst ärztlich Rücksprache halten; es gibt in der Regel Alternativen.

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Quellen und Leitlinien

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel ist eine informierende Aufbereitung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei konkreten Beschwerden fragen Sie Ihren Haus- oder Facharzt.

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