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Vorsorge

Der Check-up 35: was die Kasse wirklich zahlt

Alle drei Jahre steht sie an, die Gesundheitsuntersuchung für gesetzlich Versicherte ab 35. Klingt sinnvoll und ist es meistens auch. Trotzdem nutzen weniger als die Hälfte der Berechtigten das Angebot. Ein nüchterner Blick auf das, was drinsteckt.

Navoria Redaktion|Veröffentlicht 25. Januar 2026|Zuletzt redaktionell aktualisiert 5. Februar 2026| 5 Min. Lesezeit
Blutdruckmessung beim Hausarzt, Motiv für Vorsorgeuntersuchung

Der Check-up 35 ist eine Kassenleistung. Gesetzlich Versicherte haben ab dem 35. Lebensjahr alle drei Jahre Anspruch auf diese Untersuchung, davor einmalig zwischen 18 und 35. Ziel ist die Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Nierenerkrankungen und seit 2021 einmalig auch von Hepatitis B und C.

Was passiert beim Termin

Die Untersuchung dauert meistens 30 bis 45 Minuten. Die Ärztin oder der Arzt führt zunächst ein Gespräch über Vorerkrankungen, Familienanamnese, Rauchen, Alkohol, Bewegung und Ernährung. Danach folgt eine körperliche Untersuchung mit Blutdruck, Herz, Lunge, Bauch, Reflexen und Puls. Anschließend wird Blut abgenommen und Urin untersucht.

Blutuntersuchung ab 35

  • Gesamtcholesterin
  • LDL-Cholesterin
  • HDL-Cholesterin
  • Triglyzeride
  • Nüchternplasmaglukose

Urinuntersuchung

  • Eiweiß
  • Glukose
  • Erythrozyten
  • Leukozyten
  • Nitrit

Einmalig wird das Blut zusätzlich auf Hepatitis B und C untersucht.

Was NICHT im Check-up enthalten ist

  • Ein großes Blutbild mit Leber-, Nieren- und Schilddrüsenwerten (das ist Individuelle Gesundheitsleistung, IGeL)
  • Bauch-Ultraschall
  • EKG (nur bei konkretem Verdacht kassenübernommen)
  • PSA-Wert bei Männern
  • Vitamin-D-Bestimmung

Viele Praxen bieten diese zusätzlichen Leistungen als IGeL an. Die Preise variieren stark zwischen Praxen und sind nicht bundesweit einheitlich; eine belastbare unverbindliche Spanne für ein Paket liegt häufig im mittleren zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Eurobereich. Ob sich eine Zusatzleistung lohnt, hängt vom individuellen Risikoprofil ab. Wer familiär belastet ist oder konkrete Beschwerden hat, bekommt gezielte Untersuchungen meist auch auf Kassenkosten.

Tipp für den Termin

Kommen Sie nüchtern (mindestens 8 Stunden vor der Blutabnahme nichts essen, klares Wasser ist erlaubt). Bringen Sie eine Liste Ihrer aktuellen Medikamente mit sowie den Impfpass. Viele Praxen kombinieren den Check-up mit einer Impfstatus-Kontrolle und einer Auffrischung, wenn nötig.

Was bringt der Check-up wirklich

Die Studienlage zu Gesundheits-Checks bei symptomfreien Erwachsenen ist gemischt. Eine große Cochrane-Übersicht fand keinen eindeutigen Effekt auf die Gesamtsterblichkeit. Trotzdem kann der Check sinnvoll sein: Bluthochdruck, erhöhter Blutzucker und ein Nierenschaden verlaufen anfangs oft symptomlos und sind dann besonders gut behandelbar.

Andere Vorsorge, die parallel läuft

  • Hautkrebs-Screening: ab 35 alle zwei Jahre in der Haus- oder Hautarztpraxis
  • Darmkrebs-Früherkennung: seit 1. April 2025 gilt für Frauen und Männer ab 50 – zweimalige Koloskopie im Abstand von mindestens zehn Jahren oder alternativ alle zwei Jahre ein immunologischer Stuhltest (iFOBT)
  • Prostata-Untersuchung: Männer ab 45 einmal jährlich
  • Zervix-Karzinom-Screening: Frauen ab 20 jährlich; ab 35 alle drei Jahre HPV-Test kombiniert mit Zellabstrich
  • Brustkrebs-Screening: Frauen von 50 bis 75 alle zwei Jahre Mammographie

Häufige Fragen

Muss ich zum Check-up nüchtern kommen?

Ja, für die Nüchternplasmaglukose ist Nüchternheit erforderlich, üblich sind 8 bis 12 Stunden ohne Essen. Klares Wasser und die morgendlichen Medikamente sind meist erlaubt, im Zweifel in der Praxis nachfragen.

Was passiert bei auffälligen Werten?

Die Ärztin oder der Arzt bespricht die Ergebnisse mit Ihnen und plant weitere Schritte. Ein leicht erhöhter Blutdruck wird meist erst über mehrere Messungen und ggf. Langzeitblutdruck-Messung bestätigt, bevor Medikamente ins Spiel kommen. Auffällige Blutzuckerwerte werden mit einem weiteren Nüchternwert und HbA1c abgeklärt.

Ist der Check-up bei Privatversicherten anders?

Welche Vorsorgeleistungen privat Versicherte erhalten, richtet sich nach dem individuellen Tarif und der medizinischen Indikation. Ein großes Blutbild, EKG oder Ultraschall ist nicht automatisch in jedem Tarif oder bei jedem Check-up enthalten.

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Quellen und Leitlinien

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel ist eine informierende Aufbereitung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei konkreten Beschwerden fragen Sie Ihren Haus- oder Facharzt.

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