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Psyche & Schlaf

Kopfweh: Migräne oder Spannungskopfschmerz?

Fast jeder hat mal Kopfschmerzen. Was viele nicht wissen: Migräne und Spannungskopfschmerz sind zwei ganz unterschiedliche Krankheitsbilder und werden auch unterschiedlich behandelt. Wer die eigenen Attacken einordnen kann, spart sich viele erfolglose Tabletten.

Navoria Redaktion|Veröffentlicht 28. Januar 2026|Zuletzt redaktionell aktualisiert 5. Februar 2026| 7 Min. Lesezeit
Frau hält sich die Schläfen bei Kopfschmerzen

In Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft rund 8 Millionen Menschen unter Migräne. Der Spannungskopfschmerz ist noch häufiger; er trifft irgendwann fast jeden. Beide Formen lassen sich meist gut auseinanderhalten, wenn man auf die Details achtet.

Der Unterschied im Alltag

Ein Spannungskopfschmerz fühlt sich dumpf und drückend an, meist beidseitig, oft wie ein zu enger Helm oder ein Band um den Kopf. Die Intensität ist leicht bis mittel. Man kann in der Regel weiter arbeiten. Bewegung macht die Beschwerden nicht schlimmer. Übelkeit tritt kaum auf.

Eine Migräne dagegen ist pulsierend, oft einseitig, mittel bis stark. Bewegung verstärkt den Schmerz. Licht, Geräusche und manchmal auch Gerüche werden unangenehm. Übelkeit, teils Erbrechen, gehören häufig dazu. Eine Attacke dauert unbehandelt vier Stunden bis drei Tage. Bei rund einem Drittel der Betroffenen kündigt sich eine Migräne mit einer Aura an: Sehstörungen, Flimmern, seltener Kribbeln in Arm oder Gesicht.

Kopfschmerz-Tagebuch führen

Notieren Sie über vier Wochen jede Kopfschmerz-Attacke: Zeitpunkt, Dauer, Stärke (Skala 0 bis 10), begleitende Symptome, mögliche Auslöser (Schlafmangel, Menstruation, Wetterwechsel, bestimmte Lebensmittel), eingenommene Medikamente. Diese Aufzeichnung ist beim Neurologen viel wert und beschleunigt die richtige Diagnose.

Was in der akuten Attacke hilft

Beim Spannungskopfschmerz können rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol helfen. Auswahl und Dosierung richten sich nach Packungsbeilage, Alter, Gewicht, Vorerkrankungen und Begleitmedikation. Auch Bewegung an der frischen Luft und ausreichend Flüssigkeit können lindern. Wichtig: Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen sollten nicht an mehr als 10 Tagen pro Monat eingenommen werden, sonst droht ein Medikamenten-Übergebrauchskopfschmerz.

Bei Migräne wirken einfache Schmerzmittel oft nicht ausreichend. Die Standardtherapie der Migräneattacke sind sogenannte Triptane (zum Beispiel Sumatriptan). Einige Präparate sind in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen (Wirkstoff, Dosis, Packungsgröße) rezeptfrei erhältlich, andere nur auf Rezept. Ob Triptane für Sie geeignet sind – etwa mit Blick auf Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen, Schwangerschaft oder Wechselwirkungen – sollte vorab ärztlich geklärt werden. Genauere Angaben zum aktuellen Zulassungsstatus einzelner Wirkstoffe finden Sie in der Fachinformation und beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Prophylaxe: wann und wie

Wer mehr als drei bis vier Migräne-Attacken pro Monat hat oder deren Attacken über 48 Stunden dauern, sollte eine medikamentöse Prophylaxe ärztlich besprechen. In Frage kommen unter anderem bestimmte Betablocker, Topiramat, Amitriptylin sowie CGRP-Antikörper. Nicht-medikamentös können Ausdauertraining, Entspannungsverfahren wie progressive Muskelrelaxation, geregelter Schlaf und das Vermeiden individueller Auslöser helfen.

Häufige Fragen

Kann man Migräne heilen?

Migräne ist eine chronische Erkrankung, die derzeit nicht heilbar ist. Aber sie lässt sich gut behandeln. Bei vielen Betroffenen werden die Attacken mit den richtigen Medikamenten und Lebensstil-Maßnahmen deutlich seltener und schwächer. Bei Frauen bessert sich die Migräne oft nach den Wechseljahren.

Wann zum Neurologen statt zum Hausarzt?

Bei häufigen oder schweren Attacken, bei ungewöhnlichem Verlauf, bei erstmalig auftretendem starken Kopfschmerz oder wenn die Standardtherapie nicht ausreicht. Zur ersten Einschätzung reicht meist die hausärztliche Praxis.

Was ist ein Medikamenten-Übergebrauchskopfschmerz?

Wer an mehr als 10 bis 15 Tagen pro Monat Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen nimmt, riskiert einen Dauerkopfschmerz, der durch die Medikamente selbst mit-ausgelöst wird. Die Behandlung besteht meist aus Aufklärung, einer ärztlich begleiteten Reduktion oder Pause der auslösenden Medikamente und gegebenenfalls einer vorbeugenden Therapie. Das konkrete Vorgehen richtet sich nach den verwendeten Mitteln und der individuellen Situation.

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Quellen und Leitlinien

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel ist eine informierende Aufbereitung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei konkreten Beschwerden fragen Sie Ihren Haus- oder Facharzt.

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